Exkursion

9. Tag

Um 9:00 Uhr ging's von Pozo Azul aus wieder los. Noch einmal versuchen wir, den Querweg nach Caicara zu finden, von einer Abzweigung südlich von Puerto Ayacucho aus, aber wieder landeten wir bei einer Siedlung mit Bananen- und Maniokfeldern, wo dann der Weg zu Ende war. Also fuhren wir wieder die "Schnelstraße" in Richtung Puerto Paez zurück. Ca. 15 Km vor Puerto Paez am Caño Horeda nach Osten abgebogen.

Nach weiteren 25 km (genau bei km 31250, als auch Yogis Tachometer versagt) blieb dann Yogis Auto wieder stehen und diesmal war es nicht wieder flott zu kriegen. Die Reparatur in Puerto Ayacucho hatte also nicht viel genützt. Letzte Möglichkeit: den Tank ausbauen und reinigen. Das war vielleicht eine Arbeit!

In glühender Hitze lagen wir alle mehr oder weniger unterm Auto, um den Tank abzumontieren. Überall lag Werkzeug herum und jeder schwitzte ganz enorm.  Als wir den abgebauten Tank endlich mit Benzin ausspülen konnten, kam unheimlich viel Rost herausgefallen. Dann ist es ja kein Wunder, daß die Benzinleitung verstopft ist! Mit dem Durchblasen der Leitung war es dann auch nicht so Ieicht; wir haben versucht, die Matrazenluftpumpe zu benutzen, aber dadurch wurde auch nicht genug Druck erzeugt. Uns blieb also nichts anderes übrig, als den gereinigten Tank wieder einzubauen und zu hoffsn, daß es jetzt besser ginge. Die ganze Angelegenheit hatte etwa 2 1/2 Stunden gedauert und besonders erstaunlich war, daß die Stimmung immer noch gut war. Hieran konnte man wirklich feststellen, wie groß das Zusammengehörigkeitsgefühl aller war.

Als "Belohnung" fütr die großartige Zusammenarbeit gab's dann eine Runde Eistee und Bier mit Cola.

Dann weiter gen Nord-Osten am Gebirge entlang. Die Gegend ist wirklich sehr schön; besonders die ziemlich grell gelb, rosa und rotblühenden Bäume, die wie Riesenfarbkleckse in der zumeist grünen Umgebung aussahen. Die Straße ist gut in Schuß; nur wenn man zu einer eingebrochenen Brücke kam und dort eine Umleitung fahren mußte, wurde es gleich ganz holprig oder furchtbar steil.

An einer solchen Stelle am Caño Garzón stießen wir auf einen Jeep (der mit 13 Personen besetzt war) der sich leider in der Umleitung; geirrt hatte und mit zwei Reifen in die Ersatzbrücke eingebrochen war, die ebenfalls morsch war. Kein Problem für Eddis Jeep - dachten wir, nur: beim ersten Abschleppversuch hatte der Wagen keinen Halt auf den lockeren Holzbohlen. Rums, so hingen wir auch mit einem Reifen in einem Loch über dem Flüßchen. Aber mit der Schaukelmethiode bekamen wir unseren Jeep frei und konnten auch den anderen wieder herausziehen, der uns dann zunächst nicht mehr von den Fersen wich - es könnte ja nochmal was passieren und da könnten wir ihm ja gut helfen.

Auf dem nächsten Wegstück mußten wir durch viele ausgetrocknete Flüsschen, somit war die Strecke ziemlich unwegsam - eine richtige Jeepstrecke durch teilweise Urwald, worüber sich jeder Magen richtig freute. Dann einige Chalanas: eine über den Rio Parguaza bei El Carmen, wo Eddi und Yogi hinübergeschwommen sind, um sich abzukühlen und wo wir Bananen kaufen konnten, deren Schalen ganz gierig von den dort lebenden Schweinen aufgefressen wurden; dann eine über den Cano Ori und zuletzt über den Rio Villacoa, wo ein Jeep unbedingt durch den Fluß fahren wollte; er hatte das auch noch geschafft aber auf der anderen Seite kam er nicht mehr in Gang.

All diese Chalanas bestanden aus aneinandergeschnürten Einbäumen mit ein paar Brettern darüber gelegt and wurden entweder am Seil hin- und herüber gezogen oder per Motor angetrieben (Aussenbord-). Als Auffahrt dienen nur zwei locker auf die Fähre gelegte Holzlatten; da muß man beim Rauffahren schon ganz schön aufpassen. Nach der Durchquerung der Sabana del Tigre kamen wir zu Caño Caripo, wo gleich. ein ganzes Rudel Osterreisender ihre Zelte ·aufgeschlagen hatte.

Dort konnten wir dann testen, wie wasserfest unsere Autos waren. Die Flußdurchfahrt war so tief, daß die Kühlerhauben der Autos teilweise überspült wurden.  Aber alle sind ohne Probleme rübergekommen. man muß nur mit viel Schwung und ohne Angst durchfahren. Der 13 Mann Jeep hatte es jedoch vorgezogen, über die 500 m entfernte Brücke zu fahren.

Auf der anderen Seite des Flusses konnten wir dann noch unsere Erste-Hilfe-Kenntnisse unter Beweis stellen. Wir trafen dort eine Familie, die schon ca. 17 Stunden ohne Pause unterwegs war und bei der nur der Vater Autofahren konnte. Und der war dann plötzIich am Steuer eingeschlafen und dann mitten auf einen Baum geknallt.  Zwar hatte er noch Glück, weil nur die Stoßstange rund nach vorne  verbogen war und die Frontscheibe geplatzt war, so daß der Wagen noch weiterfahren konnte,aber andererseits hatte sein Sohn,der natürlich bei seiner Mutter auf dem Vordersitz auf dem Schoß gesessen hatte, eine böse Schnittwunde an der Backe. Wir konnten wie gesagt Erste-Hilfe leisten, aber mit der Bratze mußte der Junge unbedingt zu einem Arzt, sonst würde er sicher eine Riesennarbe bekommen, wenn die Backe überhaupt ohne Infektion zuheilt. An einer Kreuzung, wo wir weiter nach Osten abbogen, trennten wir uns von unseren 13 Begleitern mit ihrem Jeep. 

Unser Lager schlugen wir an einem kleinem Bach (Caño los Pijiguaos) in Pijiguao auf, ganz in Nähr eines Flugplatzes und eines Lagers, die zu den dortigen Bauxitabbaugebieten gehörten. Heute mal ganz rustikal unser Essen wie Pfadfinder über dem offenen Feuer (Topf an drei zusammengeknotete Stöcke gehängt) gekocht unter dem klaren Himmel. Dann endlich mal eine ruhige Nacht ohne Zwischenfälle erlebt!

 

Zurück zu Exkursion   10. Tag    Homepage

WEBCounter by GOWEB

 

Letzte Änderung: 14.08.2002 23:22

jeepfest.jpg (15736 Byte)

jeepanflus.jpg (23486 Byte)

jeepfluss.jpg (24950 Byte)

Weitere Fotos in Vorbereitung